Missbrauchte DMCA-Anträge löschen legitime Seiten aus Google
Eine der wichtigsten Meldungen der Woche: Gefälschte DMCA-Takedown-Anträge werden systematisch als Negative-SEO-Waffe eingesetzt – und Google entspricht diesen Forderungen, selbst wenn sie frei erfunden sind. Laut Barry Schwartz von Search Engine Roundtable werden legitime Inhalte, die vom ursprünglichen Herausgeber gehostet werden, aus der Google-Suche entfernt, weil böswillige Akteure falsche Urheberrechtsbeschwerden einreichen. Das strukturelle Kernproblem: Google bearbeitet Takedown-Anträge, bevor Einsprüche geklärt werden können – eine Seite kann also aus den Suchergebnissen verschwinden, bevor der rechtmäßige Eigentümer überhaupt davon erfährt.
Roger Montti von Search Engine Journal argumentierte, das Problem sei systemischer Natur und werde sich ohne grundlegende Änderungen im Umgang mit DMCA-Missbrauch verschlimmern. Ein begleitender Beitrag von Matt Southern erläuterte die Mechanik: Nach Eingang eines Takedown-Antrags wird die Seite zunächst entfernt und erst wiederhergestellt, wenn eine erfolgreiche Gegendarstellung eingereicht wurde – ein Verfahren, das Wochen dauert und juristisches Know-how erfordert, das die meisten kleinen Publisher nicht besitzen. Search Engine Journal empfahl SEOs, die Lumen-Datenbank (in der DMCA-Anfragen öffentlich protokolliert werden) zu überwachen und Google Search Console-Benachrichtigungen für manuelle Maßnahmen als Frühwarnsystem einzurichten.
Die Meldung war prominent genug, um im wöchentlichen Video-Recap von Search Engine Roundtable an erster Stelle zu stehen – Schwartz bemerkte, dass „niemand etwas dagegen zu unternehmen scheint". Für SEOs, die inhaltsschwere Websites betreuen, lautet die unmittelbare Handlungsempfehlung: Lumen-Datenbankeinträge für die eigene Domain überwachen und den Gegendarstellungsprozess kennen, bevor ein Angriff erfolgt.
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